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AKTUALITÄT | TECHNIK | 06 July 2016

Klettern auf Klettersteigen

Was sind Klettersteige und welche Techniken und Materialien werden benutzt, um auf ihnen zu klettern?
WAS SIND KLETTERSTEIGE?
Klettersteige sind Jahr f√ľr Jahr das Ziel zahlreicher Kletterer, die sich darauf freuen, an einem oder mehreren Tagen gro√üe Felsw√§nde ohne spezielle Voraussetzungen oder Bergerfahrung zu bezwingen.

Die ersten Klettersteige entstanden im 19. Jahrhundert in den Alpen und den Pyrenäen. Bedeutung erlangten sie jedoch erst während des 1. Weltkriegs; zum Beispiel die Klettersteige in den Dolomiten, die gebaut wurden, um den Truppen Zugang zu unerreichbaren Gebieten zu ermöglichen.

Die ber√ľhmten Eisenstifte ‚ÄěClavijas de Cotatuero‚Äú im Ordesa-Tal wurden 1881 angebracht, um britischen Gamsj√§gern einen Zuweg zur Br√®che de Roland einzurichten. Der Schmied von Torla hat hierbei keine schlechte Arbeit geleistet, sodass die Eisenstifte noch heute von tausenden Bergsteigern j√§hrlich benutzt werden.¬†

Bis zum Jahr 1917 lieferten sich die italienischen und österreichischen Truppen in den Dolomiten harte Kämpfe. Das Ziel war es, die Berggipfel zu erobern, um dort Beobachtungsstationen und Batterien einzurichten. Es wurden tausende Meter fester Seile, Holzleitern und Handläufe installiert, um den Soldaten Zugang zu dem unebenen und exponierten Gelände zu verschaffen. Aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Infrastruktur durch Drahtseile, Metallleitern und Eisenstifte ersetzt, um die komplexe Konstruktion zu erhalten.

Heute werden in Europa viele Klettersteige von verschiedenen Bergvereinen und Verb√§nden instand gehalten. F√ľr einige Klettersteige braucht man eine Klettergenehmigung und f√ľr andere muss man sogar Eintritt bezahlen.

Foto 1
1911 baute John Otto im Nationalpark Colorado National Monument in Colorado (USA) etwas, was man f√ľr die damalige Zeit als Klettersteig bezeichnen k√∂nnte. Er schlug mit Hammer und Mei√üel Stufen in den Sandstein und brachte Eisenrohre in Abst√§nden von einem Meter an der fast 200 Meter hohen Sandsteinformation Independence Monument an. Im Laufe der Jahre verschwanden die Rohre (bis auf eins); nur noch die L√∂cher, in denen sie befestigt waren, erinnern heute an sie.

Heute ist die John Otto¬īs Route eine der beliebtesten Kletterrouten an den Sandsteint√ľrmen in der amerikanischen W√ľste. Diese Freikletterroute von vier Seill√§ngen und dem Schwierigkeitsgrad 6a k√∂nnte man ohne die in den Fels gemei√üelten Stufen und die L√∂cher der ehemaligen Rohre, die heute als Handgriffe benutzt werden, unm√∂glich in Angriff nehmen. Man kann sie heute zwar nicht als Klettersteig, aber vielleicht als eine von Hand gefertigte Route bezeichnen. Foto 1 zeigt die letzte Seill√§nge der Route, auf der man die in den Fels gemei√üelten Stufen und die L√∂cher sehen kann, in denen sich fr√ľher die Rohre befanden.

WEGVERLAUF UND MERKMALE
Der Verlauf eines Klettersteigs kann sehr unterschiedlich sein. Er kann vertikal oder horizontal verlaufen oder auch eine Kombination aus beiden sein. Der H√∂henunterschied bei Klettersteigen kann auch sehr verschieden sein: Einige Klettersteige verlaufen auf nur wenigen H√∂henmetern und bei anderen muss man H√∂henunterschiede von bis zu tausend Metern √ľberwinden.¬†

Ein Klettersteig kann sich √ľber eine gro√üe L√§nge erstrecken, auf der man Steigungen, Gef√§lle und horizontale P√§sse √ľberwinden muss.¬†

Eine Klettersteigroute kann von einer Stunde bis zu mehreren Tagen dauern, wie zum Beispiel in den Dolomiten, wo man die Nacht in Bergh√ľtten verbringen kann.¬†

Das metamorphe Gestein der Klettersteige ist auch unterschiedlich ‚Äď vom festen Granit bis zum weichen Sandstein.

Foto 2
Klettersteige haben meist einen relativ logischen Verlauf am Fels: Glatte W√§nde, Rinnen und √úberh√§nge sind √ľber Vorspr√ľnge und Terrassen verbunden, manchmal sogar √ľber D√§cher. Auf dem Foto 2 sieht man die Felswand, an der der Klettersteig Telluride (Colorado) verl√§uft. 80% dieses Klettersteigs verlaufen in Querung. Unterhalb der Kletterroute gibt es einen vielbesuchten Sportkletterbereich.¬†

Das Prinzip eines Klettersteigs besteht darin, den gesamten Kletterweg mit Drahtseilen zu verbinden, an denen sich in einem Abstand von drei bis zehn Metern Fixpunkte befinden. Um das Klettern zu vereinfachen, verf√ľgen Klettersteige zus√§tzlich √ľber Metallstufen, Handl√§ufe, Leitern, in Fels gemei√üelte Stufen und zuweilen sogar Br√ľcken. Auf dem Foto 3 kann man die Metallstufen und das Seil eines Klettersteigs sehr gut erkennen. Durch die vielen verschiedenen k√ľnstlichen Hilfsmittel kann ein unge√ľbter Kletterer mit den herk√∂mmlichen Klettertechniken sicher klettern und das besondere Erlebnis an der Felswand genie√üen.

Der Kletterer wird generell mittels eines dynamischen Klettersteigsets am Drahtseil gesichert. Man kann dar√ľber hinaus auch ein Kletterseil benutzen, um die einzelnen Seill√§ngen zu sichern. Dieses Seil bietet neben dem Drahtseil eine zus√§tzliche Sicherung.

Foto 3
STURZFAKTOR 2
Beim Klettern auf Klettersteigen oder im Abenteuergel√§nde besteht ein hohes Fallrisiko: Sturzfaktor 2 oder h√∂her. Dieses entsteht bei der Nutzung von Statikseilen (Sicherheitsseilen), die keine Energie aufnehmen k√∂nnen. Immer wenn wir oberhalb der Verankerung, der Sicherung, der Verbindung oder des Drahtseils klettern, k√∂nnen wir einen Sturzfaktor 2 oder h√∂her ausl√∂sen, wenn wir ein herk√∂mmliches Sicherungsseil ohne M√∂glichkeit der Energieaufnahme verwenden. Wenn wir eine normale Kletterroute an der Felswand klettern, benutzen wir ein dynamisches Seil und bringen die Sicherungen an, um uns im Falle eines Sturzes zu sch√ľtzen. Der Sturzfaktor wird aus der Sturzh√∂he und der ausgegebenen Seill√§nge berechnet.¬†

Deshalb d√ľrfen wir, wenn wir mit einem Statikseil an einem Fixpunkt gesichert sind, nie √ľber dieser Sicherung klettern.¬†

Aus diesem Grund sollte man stets dynamische Klettersteigsets verwenden, die in der Lage sind, die bei einem Sturz auf dem Klettersteig freigesetzte Energie aufzunehmen. So wird die Einwirkung eines möglichen Sturzes auf den Kletterer reduziert.

MATERIALIEN UND AUSRÜSTUNG 
Beim Klettern sollte man sich leicht fortbewegen k√∂nnen; deshalb braucht man Sicherheits- und Kletterausr√ľstung, die nicht viel wiegt.¬†
  • Klettergurt.¬†Ein zertifizierter, bequemer und leichter H√ľftgurt ist erforderlich. Kleine Kinder (bis ca. 8 Jahre) m√ľssen einen Komplettgurt tragen. Der H√ľftgurt ist bequemer als der Komplettgurt, da er gr√∂√üere Bewegungsfreiheit bietet. Beim Tragen eines schweren Rucksacks sollte auch ein Brustgurt angelegt werden, um ein √úberkippen des Kletterers im Falle eines Sturzes zu vermeiden.
    Unsere Auswahl
  • Klettersteigset.¬†Das Klettersteigset muss dynamisch sein und √ľber einen Fangsto√üd√§mpfer verf√ľgen. Heute gibt es eine gro√üe Auswahl an Klettersteigsets mit Absorption der Fallenergie. Man sollte Sets ausw√§hlen, die eine hohe Sicherheit bieten und gleichzeitig von geringem Gewicht und unkompliziert in der Verwendung sind. Das Set sollte √ľber eine entsprechende Zertifizierung verf√ľgen, also beispielsweise CE- oder UIAA-gepr√ľft sein.¬†

    Klettersteigsets bestehen aus zwei Karabinerarmen. Die Arme sind mit dem Fangsto√üd√§mpfer verbunden, der den Sturz beim Fallen dynamisch abfedert. Das Klettersteigset wird mittels Ankerstich an den Schlaufen des Hosenbeins und der H√ľfte mit dem Klettergurt verbunden. Die Karabiner sind meist √ľberdimensioniert, damit man sich am Drahtseil des Klettersteigs gut fortbewegen kann.¬†

    Es gibt verschiedene M√∂glichkeiten, ein Klettersteigset zu improvisieren. Als einfaches und sicheres Beispiel sei das folgende angef√ľhrt. Ben√∂tigt werden: ein Bandfalld√§mpfer, zwei Sicherungsschlingen oder -seile, zwei weite Sicherungskarabiner und zwei Schraubglieder. Der Bandfalld√§mpfer wird mittels eines Schraubglieds am Hauptring des Klettergurts befestigt. Am anderen Ende des Bandfalld√§mpfers befestigen wir das andere Schraubglied, an dem wir dann die Sicherungsschlingen festmachen. Am √§u√üeren Ende der Schlingen bringen wir die beiden Sicherungskarabiner ‚Äď einen an jeder Schlinge ‚Äď an. Das Ergebnis ist ein Klettersteigset mit Fangsto√üd√§mpfer und zwei Sicherungsseilen. Foto 4 zeigt ein Klettersteigset speziell f√ľr Klettersteige (links), ein improvisiertes Klettersteigset mit Fangsto√üd√§mpfer (Mitte) und ein normales Sicherungsseil ohne Fangsto√üd√§mpfer, das f√ľr Klettersteige nicht geeignet ist (rechts).
    Unsere Auswahl
  • Helm.¬†Ein leichter, zertifizierter Kletterhelm ist ausreichend.
    Unsere Auswahl
  • Karabiner.¬†Weite Sicherungskarabiner oder mit automatischem Druckmechanismus eignen sich gut. Sie lassen sich leicht am Drahtseil fortbewegen und problemlos an den Klammern festmachen. Kleine Karabiner sollten nicht verwendet werden, da man sie nicht so gut einh√§ngen kann.
    Unsere Auswahl
  • Sicherungssysteme.¬†Wenn wir beim Klettern das Seil benutzen, brauchen wir ein geeignetes Sicherungssystem. Das k√∂nnen Bremsplatten, ein Grigri oder auch ein dynamischer Sicherungsknoten sein. Zum Abseilen kann man Bremsplatten oder auch einen Abseilachter benutzen.
    Unsere Auswahl
  • Schlingen.¬†Man braucht verschiedene Bandschlingen und Sicherungsschlingen, mit denen man Sicherungspunkte legen und andere Verankerungen ausf√ľhren kann. Wenn wir beim Klettern das Seil benutzen, brauchen wir auch ein paar Expressschlingen, mit denen wir uns an den Stiften und Verankerungen des Klettersteigs sichern k√∂nnen.
    Unsere Auswahl
  • Rucksack.¬†Am besten eignet sich ein leichter und bequemer Rucksack, der nicht so sehr nach hinten zieht. Darin verstauen wir alles, was wir beim Klettern brauchen k√∂nnen: Wasser, Proviant, warme Kleidung, Stirnlampe und Erste-Hilfe-Ausr√ľstung. Dabei sollte man darauf achten, dass der Rucksack nicht zu schwer ist und man deshalb das Klettern nicht mehr richtig genie√üen kann. Ein zu schwerer Rucksack kann den Kletterer auf vertikalen Abschnitten und √úberh√§ngen nach hinten ziehen.
    Unsere Auswahl
  • Schuhwerk.¬†Gut sind Sportschuhe oder leichte Stiefel mit guter Reibung, falls wir uns auf dem Fels fortbewegen m√ľssen.
    Männerschuhe      Frauenschuhe

Foto 4
KLETTERTECHNIKEN IN DER VERTIKALEN OHNE EINSATZ EINES SEILS
Der Aufstiegsvorgang ist unkompliziert. Der Kletterer verf√ľgt √ľber ein Klettersteigset mit zwei Verbindungsseilen. Das Klettersteigset wird mittels Ankerstich oder Schraubglied am Klettergurt befestigt. Das Set wird niemals mit nur einem Sicherungskarabiner am Gurt befestigt, sondern sollte mit zwei miteinander verbundenen Sicherungskarabinern oder einem Schraubglied eingeh√§ngt werden. An der Anseilschlaufe des Gurts wird au√üerdem mit einem Schraubglied oder per Ankerstich die Einbindeschlaufe befestigt. Am Ende der Einbindeschlaufe wird ein weiter Sicherungskarabiner angebracht. Diese Schlaufe dient zum Verankern an den Klammern des Klettersteigs in Ruhepausen. Man kann die Schlaufe zum selben Zweck auch am Drahtseil oder anderen Verankerungspunkten befestigen. Die beiden Karabiner des Sets, die wir beim Klettern mitf√ľhren, werden am Drahtseil eingeh√§ngt. Beim Aufstieg benutzen wir zum Klettern mehr die Beine, um die Arme nicht zu √ľberlasten. Das Prinzip ist dasselbe wie beim Freiklettern; die unteren Gliedma√üen werden st√§rker eingesetzt als die oberen. Auf dem Foto 5 sehen wir einen Klettervorgang in der Vertikalen, bei dem die Arme und Beine unter Nutzung der Eisenklammern und nat√ľrlichen Tritte der Felswand zum Vorw√§rtskommen eingesetzt werden. Wenn wir an einen Fixpunkt am Drahtseil kommen, h√§ngen wir zuerst einen Karabiner in den n√§chsten Abschnitt um und anschlie√üend den zweiten. Foto 6 zeigt das Klettern auf dem Klettersteig mit beiden Karabinern des Sets am Drahtseil. Idealerweise sollte nur eine Person zwischen zwei Fixpunkten klettern, da man sonst im Falle eines Sturzes andere Kletterer mitziehen kann. Wenn es erforderlich ist, sollte man warten, damit andere Kletterer den n√§chsten Fixpunkt erreichen. Auf Leitern kann man sich mit der Einbindeschlaufe an einer der Trittstufen einh√§ngen und so die Arme entspannen. Wenn die Kraft nachl√§sst oder man auf sehr vertikalen und √ľberh√§ngenden Abschnitten klettert, kann man einen Karabinerast am Drahtseil eingeh√§ngt lassen und den anderen an den Trittstufen einh√§ngen, um mit h√∂herer Sicherheit zu klettern.

Foto 5

Foto 6
KLETTERTECHNIKEN IN DER HORIZONTALEN OHNE EINSATZ EINES SEILS
Beim horizontalen Klettern wenden wir fast dieselben Prinzipien wie beim vertikalen Klettern an. Auf dem Foto 7 sehen wir das Klettern in einer Querung. Es sollten nicht mehr als zwei Personen zwischen zwei Fixpunkten klettern; im Idealfall befindet sich nur ein Kletterer zwischen zwei Fixpunkten. Wenn wir eine Pause brauchen, können wir uns einfach am Karabinerast hängen lassen. Wenn dieser sehr lang ist, benutzen wir die Einbindeschlaufe. Beim Klettern können wir uns mit einer Hand am Drahtseil und mit der anderen an den Griffen oder Klammern der Felswand festhalten, wie man auf Foto 8 sehen kann. Wenn wir uns mit beiden Händen am Drahtseil festhalten, sind wir schneller erschöpft, weil das Klettern anstrengender ist.

Foto 7

Foto 8
KLETTERN MIT EINSATZ DES SEILS 
Manchmal ist es sicherer, mit einem Seil auf einem Klettersteig zu klettern. Ein Seil kann aus verschiedenen Gr√ľnden notwendig sein:¬†
  • Die Kletterstrecke ist anspruchsvoll.
  • Die Strecke verl√§uft haupts√§chlich vertikal oder mit √úberh√§ngen.
  • Unser Partner ist Kletteranf√§nger und hat kaum H√∂henerfahrung.
Es kommen dieselben Sicherheitsprinzipien wie beim Klettern im Freien oder an der k√ľnstlichen Felswand zur Anwendung ‚Äď egal, aus welchem Grund wir ein Seil einsetzen. Das Seil muss dynamisch und kurz sein, nicht mehr als 40 Meter lang. Der Durchmesser kann unterschiedlich sein; wichtig ist jedoch, dass das Seil f√ľr das Klettern mit Einfachseil gepr√ľft ist. Auf Foto 9 sehen wir die Sicherung mit Seil bei einer Querung mit festem Seil.

Foto 9
  • 1. Seilschaft
    Die Kletterer sind durch ein Seil miteinander verbunden und m√ľssen einen Abstand einhalten, der mindestens dem Abstand zwischen den Verankerungen am Drahtseil entspricht. Diese Technik ist normalerweise unkompliziert und wird auf einfachen Routen eingesetzt, auf denen man schnell vorankommen m√∂chte. Das Klettersteigset wird so benutzt, wie wir es in den vorherigen Abschnitten beschrieben haben. Das Seil zwischen den Kletterern muss gestrafft gehalten werden und wenn m√∂glich, sollte es durch Sicherungspunkte gef√ľhrt werden. Auf einigen Klettersteigen kann man das Seil durch Fixverankerungen f√ľhren, die an der Strecke daf√ľr angebracht sind. Der Vorsteiger kann auch Schlingen oder Karabiner an der Kletterstrecke anbringen, um das Mitf√ľhren des Seils zu erleichtern, wenn keine fixen Sicherungspunkte vorhanden sind. Der Nachsteiger l√∂st die Sicherungen dann wieder, wenn er sie passiert hat.
  • 2. Sicherung nach Seill√§ngen
    Wenn es notwendig ist, m√ľssen wir bei schwierigen Abschnitten nach jeder Seill√§nge Sicherungspunkte auf der Kletterstrecke legen. Der Vorsteiger klettert und f√ľhrt das Seil durch die Zwischensicherungen, wobei er von seinem Kletterpartner gesichert wird. Wenn der Vorsteiger am Sicherungspunkt ankommt, sichert er den Nachsteiger von hier aus mittels einer Hakenlasche, eines Grigri oder eines dynamischen Knotens direkt vom Sicherungspunkt aus. So hat der Kletterer eine gr√∂√üere Kontrolle √ľber das Seil und das Sicherungssystem, als wenn er direkt vom Klettergurt aus sichert. Dieser Vorgang wird immer wiederholt, wenn es n√∂tig ist. Es ist ein langsamer, aber sicherer Vorgang. Auf dem Foto 10 sieht man die Sicherung mit Seil auf dem Klettersteig Sacs, Benasque.

Foto 10
Abstieg 
Der Abstieg eines Klettersteigs kann sehr unterschiedlich sein. 
  • Bei manchen steigt man √ľber einen Wanderweg ab, was normalerweise die g√§ngigste Form ist.
  • Bei anderen seilt man sich ab, wobei die entsprechenden Vorrichtungen an der Kletterroute zur Verf√ľgung stehen.
  • Manchmal muss man auch den Kletterweg zur√ľckgehen, was zum Beispiel durch Wetterwechsel, Gewitter, Blitz oder Schneefall bedingt sein kann. Oder weil man zu langsam gegangen ist und die Nacht hereinbricht. Auch die Verletzung eines Kletterers der Gruppe kann dazu f√ľhren, dass man den Weg zur√ľckgehen muss. Was auch immer der Grund ist ‚Äď man geht den Weg genauso zur√ľck wie beim Aufstieg, mit allen notwendigen Sicherheitsvorrichtungen (Foto 11).

Foto 11
Vorsichtsmaßnahmen 
Bevor das Kletterabenteuer auf dem Klettersteig beginnen kann, m√ľssen wir die Route studieren und sicherstellen, dass wir dieser Herausforderung gewachsen sind. Und nat√ľrlich brauchen wir die erforderlichen Materialien, um sicher auf dem Steig klettern zu k√∂nnen. Es kann sein, dass noch mehr Kletterer auf dem Klettersteig unterwegs sind, daher muss man immer auf herunterfallende Steine oder Gegenst√§nde achten. Zwischen den einzelnen Klettergruppen muss ein Sicherheitsabstand eingehalten werden. Auch auf das Wetter m√ľssen wir achten und unbedingt vermeiden, in einen Sturm oder ein Gewitter zu geraten.¬†

Klettersteige sind eine der vielen M√∂glichkeiten, an gro√üen Felsw√§nden zu klettern und sie bieten dar√ľber hinaus den Vorteil, dass sie auch f√ľr unerfahrene Bergsteiger oder Kletterer geeignet sind. Durch die vorhandenen Drahtseile und den vorgefertigten Wegverlauf eines Klettersteigs kann man sicher klettern ‚Äď sofern man die Sicherheitsma√ünahmen beachtet (Foto 12).

Foto12
FAZIT
Das Klettern auf einem Klettersteig ist eine einfache und aufregende Art, die Natur in einer spektakulären Umgebung zu genießen, die sich auch unerfahrenen Kletteranfängern erschließt und jedermann zugänglich ist.

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Text und Fotos:
Jos√© Carlos Iglesias, Bergf√ľhrer UIAGM

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