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AKTUALITÄT | TIPPS | 24 June 2016

Was bei der Auswahl des richtigen Bergstiefels beachtet werden sollte

Dir fehlen noch die passenden Schuhe für Dein nächstes Projekt in den Bergen? Dann hilft Dir dieser Artikel, um die richtige Wahl zu treffen...?

Bergstiefel für Alpinismus
Das immer größer werdende Sortiment an Bergstiefeln sowie die stetig neuen Entwicklungen der Hersteller stellen viele Berggänger vor die Frage: Welches Modell ist das Richtige für mein Vorhaben? Für die richtige Auswahl sind zahlreiche Faktoren zu beachten.

Bergstiefel sollten in der Regel drei grundsätzliche Anforderungen erfüllen: Leistung, Schutz und Sicherheit. Darüber hinaus sollte der richtige Sitz und damit der Tragekomfort des Schuhs ausschlaggebend für die Kaufentscheidung sein. Schliesslich möchte niemand unter Schmerzen beim Gehen leiden und somit das Risiko eines Unfalls eingehen. Mit bequemen Turnschuhen lassen sich jedoch auch moderne Bergstiefel nicht vergleichen.

Wie auch immer die Kaufentscheidung ausfällt, sollte Sicherheit das ausschlaggebende Entscheidungskriterium für den richtigen Bergstiefel sein.

STEIFE ODER FLEXIBLERE SOHLE?

Flexiblere Schuhsohle

Bergschuhe mit einer halbsteifen Sohle sind für nichtwinterliche Bergbesteigungen und Wanderungen in den Bergen gedacht. Die flexiblere, halbsteife Sohle lässt das Abrollen des Fußes zu. Zwar ist das Abrollverhalten nicht mit dem eines Laufschuhs zu vergleichen, jedoch macht sich die flexiblere Sohle deutlich auf langen Strecken bemerkbar. Auch in technisch anspruchsvolleren Passagen, wie auf Bergkämmen, Klettersteigen oder verschneiten Streckenabschnitten bieten diese Bergschuhe mit einer flexibleren Sohle ein zuverlässiges Trittvermögen.

La Sportiva Trango Cube GTX, ein sehr gutes Beispiel für Schuhe mit halbsteifer Sohle
Die meisten Bergstiefel mit halbsteifer Sohle sind für halbautomatische Steigeisen geeignet.

Das meistgehütetste Geheimnis eines Bergstiefels


In der Sohle eines Bergstiefels ist eine von außen nicht sichtbare und allseits unbekannte Komponente integriert: Die Gelenkfeder – Ein Bauteil, welches der Sohle eines Bergschuhs die notwendige Steifigkeit und Formbeständigkeit verleiht. In der Vergangenheit bestand diese Gelenkfeder aus Stahl. Zwar war damit besonders viel Stabilität in der Sohle geboten, jedoch wurde der Schuh auch gleich viel schwerer. In den letzten 10 Jahren wurde besonders der Bereich dieser Gelenkfeder überdacht und zu einer Zwischensohle weiterentwickelt. Heute besteht dieser Teil der Sohle aus Polyurethan, Glasfaser oder seit neuestem auch aus Carbonfasern. Diese Materialien verleihen größte Steifigkeit und fallen dabei kaum ins Gewicht. Um bis zu 400 Gramm konnte somit das Gesamtgewicht der Bergstiefel reduziert und damit die Sicherheit des Berggängers durch die Verringerung von Ermüdungserscheinungen erhöht werden.

Bild oben: Steife Zwischensohle (5); Bild unten: Halbsteife Zwischensohle (3-4)
Die Steifigkeit der Zwischensohle wird von 1 “sehr flexibel” bis 5 “steif” kategorisiert. Steigeisenfeste Schuhe mit automatischer Bindung besitzen demnach eine Zwischensohle mit einer Flexibilität von 5, Bergschuhe für Steigeisen mit halbautomatischer Bindung etwa 3-4.
Verwindungssteife Schuhsohle

Für Winteralpinismus sind Bergstiefel mit einer steifen Sohle Grundvoraussetzung: Eisklettern, Schnee-und Eisrinnen sowie Bergbesteigungen im Winter erfordern diesen festen Schuhtyp. Im Gegensatz zu Schuhen mit einer flexibleren Sohle muß der Fuß bei diesen Aktivitäten stabil und möglichst “unbeweglich” im Schuh sitzen. Er verleiht dem Fuß ausreichend Schutz und Halt in unwegsamen Gelände sowie vor nassen und kalten klimatischen Bedingungen.

Im Alpinismus ist ein Schuh mit fester Sohle unabdingbar
Im Unterschied zu Bergstiefeln mit flexiblerer Sohle ist das Abrollverhalten des Fußes bei Schuhen mit steifer Sohle stark eingeschränkt. Dies macht sich besonders bei Zustiegen und langen Strecken bemerkbar. Bei der richtigen Bergschuhwahl sollte man sich dessen im Klaren sein. Jedoch wurden auch hier in den vergangenen Jahren bereits Verbesserungen durch die Hersteller vorgenommen: Das Design wurde an die natürliche Fußbewegung angepasst und auch materialseitig erfolgten zahlreiche Neuentwicklungen zur Erhöhung der Stoßdämpfung.

BERGSTIEFEL MIT HERAUSNEHMBAREN INNENTEIL ODER EIN SCHUHMODELL BESTEHEND AUS EINEM TEIL?
Fällt die Wahl auf einen Bergstiefel mit verwindungssteifer Sohle, sollte schließlich auch darüber nachgedacht werden, ob ein Modell mit herausnehmbaren Innenteil sinnvoll ist. Die Option der Separierung des Innenschuhs bieten nur recht weniger Modelle.

Bergstiefel bestehend aus einem Stück

Die Vorteile von Bergschuhen ohne separierbares Innenteil liegen besonders im reduzierten Gewicht sowie im Schuhvolumen. Diese Vorteile machen sich vor allem auf das gesamte Tragegefühl bei mehrstündigen Touren bemerkbar. In puncto Wärmeisolierung stehen sie jedoch in keinster Weise anderen Modellen nach. Auch gibt es einen neuen Trend in diesem Produktsegment, welcher beim Schuhkauf eine weitere Option bietet: Integrierte Gamaschen. Immer mehr Schuhmodelle sind mit diesen ausgestattet. Hier einige Beispiele: Boreal Stetind, The North Face Verto S6K Extreme, La Sportiva Batura 2.0. Für Alpen-Nordwände und Winterbesteigungen sind diese Varianten mit Gamaschen besonders empfehlenswert.

Boreal Stetind – ein Modell eines Schuhs mit integrierter Gamasche und ohne herausnehmbares Innenteil
Bergstiefel ohne herausnehmbaren Innenschuh sind vor allem für Touren geeignet, welche sich auf nur wenige Tage beschränken oder bei denen es sich um eintätige Projekte handelt. Beispiele für Modelle, welche sich seit Jahren standhaft am Markt halten sind: Bestard Fitz Roy, Evo GTX, Nepal EVO GTX Woman, Boreal Kangri Bi-Flex. Bei diesen wurde zwar auf die Gamasche verzichtet, jedoch punkten sie mit Leichtigkeit und auch die wasserabweisenden Eigenschaften sind überzeugend.

Bestard Fitz Roy
In Situationen mehrtätiger Expeditionen unter extremen Kältebedingungen stoßen diese einteiligen Bergstiefel jedoch an Ihre Grenzen. Hierfür empfehlen sich Bergschuhe mit herausnehmbarem Innenteil.

Bergstiefel mit herausnehmbarem Innenteil

Thermisch bieten diese Bergstiefel höchsten Schutz. Modelle älterer Generationen fielen jedoch sehr stark ins Gewicht und waren besonders voluminös. Der Überwindung der im Laufe der Jahre technisch immer schwierigeren Routen war mit diesen Schuhen Grenzen gesetzt und behinderten die Entwicklungen dahingehend maßgeblich.

Die neue Generation an einteiligen Bergstiefeln verdrängte diese Modelle in höhere Berglagen: Für Expeditionen in die Höhen der Anden und des Himalaya unter extremen Kältebdingungen sind Schuhe mit herausnehmbaren Innenschuh ein wesentliches Muss. Zweiteilige Bergstiefel wie der La Sportiva Spantik oder der G1 Lite von Boreal sind jedoch auch für technisch anspruchsvollere Routen unterhalb der 8000m – Grenze eine gute Wahl mit ausgezeichnteten thermischen Eigenschaften.

La Sportiva Spantik mit herausnehmbarem Innenschuh
Wann sollte dieser Schuhtyp gewählt werden? In erster Linie sollten die klimatischen Bedingungen ausschlaggebend für die Wahl eines solchen Modells sein. Darüber hinaus ist Folgendes zu beachten: Während des gesamten Tages auf den Beinen und in Bewegung bildet sich natürlicherweise Feuchtigkeit im Schuhwerk. Bei einteiligen Bergstiefeln ist ein Gefrieren dieser Feuchtigkeit über Nacht in den Bergen nicht auszuschließen. Das Trocknen der Schuhe bei mehrtätigen Expeditionen ist somit recht schwierig. Schuhmodelle mit herausnehmbaren Innenschuh haben demgegenüber den Vorteil, dass das Innenteil über Nacht aus dem Schuh genommen werden kann. Beim separaten Tragen der Innenschuhe über Nacht im Schlafsack können diese Trocknen.

Neueste Entwicklungen vereinen die besten Eigenschaften beider Schuhmodelle

Die Entwicklung im Bereich der zweiteiligen Bergstiefel ging im Vergleich mit anderen Outdoorartikeln nur recht langsam von statten. Der Spantik sowie der Baruntse von La Sportiva behielten bei weiteren Entwicklungsschritten ihr ursprüngliches Design und wurden vor allem im Gewicht deutlich reduziert. Ein wesentlicher Meilenstein wurde mit dem neuesten Schuhmodell Acrux AR GTX von Arc'teryx und mit dem G2 SM von La Sportiva gelegt.

Arc'teryx Acrux AR GTX. Bergstiefel mit herausnehmbarem Innenteil, welcher das Gwicht und Volumen eines einfachen Bergstiefels besitzt
Beide Schuhmodelle besitzen einen herausnehmbaren Innenschuh, besonders hohe thermische Leistung und sind zudem mit Außengamaschen ausgestattet. Verglichen mit dem Gewicht und dem Volumen bisher bekannter Schuhmodelle diesen Typs am Markt liegen sie im Bereich einfacher Bergstiefel. Diese neuen Modelle sind beste Bespiele für heutige Entwicklungstendenzen und die Evolution im Bereich der Funktionsmaterialien.

Der Zehenbereich des Bergstiefels ”Eine gepanzerte Schutzschicht”


Ein Bergstiefel sollte nicht nur vor Kälte schützen, sondern auch vor mechanischen Einflüßen, wie Tritten gegen Felsen und Eis oder Steinschlägen. Daher ist das Material der Schuhoberfläche besonders fest und im Seitenbereich mit Gummierungen verstärkt, welche mit der Sohle selbst abschließen. Zehen- und Fußseitenbereich sind damit von einem schützenden Gerüst umgeben. In den vergangenen Jahren wurde in diesem Bereich eine entscheidende Entwicklungsphase eingeläutet: Materialien, wie PU und Kevlar führten zur Volumen- und Gewichtsreduzierung des Bergschuhs bei gleicher Schutzfunktion. Diese neuen Materialien sind daneben auch atmungsaktiv und wasserfest. Dies ist das zweite, im Bergschuh versteckte Geheimnis, welchem sich Berggänger nicht bewusst sind.

Technische High-End-Bergstiefel mit beweglicher Zone im Sprunggelenk

Bergstiefel mit steifer Sohle besitzen zugleich die Eigenschaft auch das Sprunggelenk fest im Schuh sitzen zu lassen. Einige Modelle mit steifer Sohle sind jedoch in diesem Bereich flexibel gestaltet. Bei der richtigen Wahl des Bergschuhs sollte jedoch unbedingt auf diesen Bereich geachtet werden: Wichtig ist, hier den Einsatz und Nutzen des Schuhs vordergründig zu sehen: Ist die Beweglichkeit im Sprunggelenk notwendig oder sollte der dieser Bereich stabilisiert sein?

Der moderne Alpinismus, in dem immer schwierigere Grade überwunden werden, fordert vor allem im Bereich des Sprunggelenks mehr Beweglichkeit. Einige Hersteller haben dies bedacht und ihre Modelle dementsprechend designt: Der Bereich im Sprunggelenk ist flexibler und detaillierter gestaltet, jedoch besitzt er gleichzeitig Spannriemen, die die Option der Befestigung und Stabilisierung dieses Bereichs jederzeit zu zulassen. Beispiele hierfür sind der Boreal Kangri Bi-Flex sowie der Mont Blanc Pro Gtx von Scarpa. Einige, in diesem Sinne klassische Bergstiefel, wie der Fitz Roy von Bestard oder der Nepal Evo Gtx von La Sportiva sind bereits flexibler in dieser Zone gestaltet. Jedoch bieten diese Modelle besonders hohe Stabilität in unwegsamen und steinigen Gelände, Schneefeldern, etc.
Die erhöhte Flexibilität im Bereich des Sprunggelenks ist auch für das Abrollverhalten des Fußes beim Gehen ein wesentliches Plus und kommt dabei nah an einen Bergstiefel mit flexiblerer Sohle heran.

Vor einiger Zeit testete Juan Corcuera den Scarpa Mont Blanc Pro für uns und bestätigte die Theorie: “Diese kleinen Details am Schuhwerk verleihen das Gefühl mit einem bequemen Laufschuh zu gehen anstatt mit einem festen, schweren Bergstiefel.”

Scarpa Mont Blanc Pro GTX
Jedoch ist auch der Schwachpunkt dieser Bergstiefel leicht ersichtlich: Im Schnee und in unwegsamen Gelände ist weniger Halt im Knöchelbereich geboten. Zwar kann eine Stabiliserung in diesem Bereich durch die Spannriemen aufgebaut werden. Die seitliche Festigkeit eines festen Bergstiefels wird damit jedoch nicht erreicht.

Dies ist der Eindruck von unserem Tester Juan Corcuera zu den Scarpa Blanc Pro GTX:

“Zu Beginn kamen besonders wegen des flixibleren Knöchelbereichs Zweifel auf. Und trotzdem überzeugte dieser doch recht flexible Schuh mit genügend Stabilität beim Überqueren von steilen Gletscherpassagen. Klar ist die Stabilität deutlich abweichend von der eines Bergstiefels, welcher in diesem Bereich formstabil gestaltet ist. Nach langen anstrengenden Bergtouren macht sich dies mit Übermüdung der Füße bemerkbar und bei den letzten Tourenmeter wäre eine Unterstützung des Knöchels behilflich. ”

Juan Corcuera beim Testen der Scarpa Mont Blanc Pro. Hier erkennt man sehr gut die Flexibilität im Knöchelbereich
Schlußendlich sollte jeder selbst entscheiden. Wir empfehlen jedoch: Sicherheit vor Kompfort! Und schließlich sind formstabile Bergstiefel heute um einiges mehr bequemer als noch vor ein paar Jahren.

BERGSTIEFEL FÜR STEIGEISEN MIT AUTOMATISCHER ODER HALBAUTOMATISCHER BINDUNG
Bergstiefel mit steifer Sohle sind generell für automatische Steigeisenbindungen gedacht. Für Steigeisen mit halbautomatischer Bindung sind Schuhe mit einer halbfesten Sohle das geeignete Schuhwerk.

Oben: Bergstiefel mit halbsteifer Sohle, Unten: Bergstiefel mit steifer Sohle und Einkerbung vorne für Steigeisen mit automatischer Bindung.
Als Voraussetzung für die Befestigung eines Steigeisens mit automatischer Bindung muss der Stiefel über eine Einkerbung an der Schuhspitze verfügen. Diese dient zur Befestigung des Bügels der Steigeisenbindung.

Wenn die Schuhwahl in Abhängigkeit von der Notwendigkeit eines Steigeisens gefällt wird, sollte man auch an neuere Steigeisenmodelle denken. Einige besitzen verschiedene Bindungsmodule, welche je nach Aktivität ausgewechselt und angepasst werden können. Ein Beispiel dafür ist der Shark von Edelried.

Zu guter Letzt

Schlussendlich sind es viele Faktoren, die bei der Auswahl eines Bergstiefels beachtet werden sollten: Die Art der Verwendung, die meteorologischen Bedingungungen, Höhe und Gelände sind wegweisende Kriterien für die Kaufentscheidung. In unserem Onlineshop und unseren Läden bieten wir eine große Auswahl von Bergstiefeln und verhelfen gerne mit unseren Fachkenntnissen zur richtigen Auswahl!

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