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AKTUALITÄT | REPORTAGEN

Die Haute Route von Chamonix nach Zermatt

Die Haute Route von Chamonix nach Zermatt – die beliebteste Skitour der Welt.

Texte: José Carlos Iglesias, Guide UIAGM
Fotos: José Carlos Iglesias, Joanne Iglesias, Sergio Dorado, Alfredo Encinar, Joel Arellano, Ryan Leonard y Bill Hillty.


Skitour der Extraklasse
Skitouren in den Alpen werden immer populärer, so zum Beispiel im Berner Oberland oder in der Silvretta, doch die bei weitem beliebteste ist und bleibt die Haute Route, die sogenannte Königin unter den Hochtouren. Diese internationale, hochalpine Skidurchquerung führt durch die Walliser Alpen von Chamonix in Frankreich, vorbei am Mont Blanc, dem Matterhorn, dem Pigne d‘Arolla an der Grenze zu Italien bis Zermatt in der Schweiz. Landschaftlich abwechslungsreich, mit prächtigen Aussichten und rasanten Abfahrten ist diese Tour ein unvergessliches Erlebnis für jeden Skibergsteiger.

Wichtige Hinweise & Tipps

Mit insgesamt 120km und einem Gesamthöhenunterschied von 6000m dauert diese Tour 6 bis 7 Tage, je nach gewählter Route.

Es gibt mehrere Varianten der Strecke, die allesamt einen hohen Schwierigkeitsgrad aufweisen. Es ist wichtig, solche Varianten zu kennen, denn bei schlechtem Wetter oder großer Lawinengefahr kann es notwendig sein, den ursprünglichen Strecke zu ändern. Einige dieser Varianten erfordern die logistische Unterstützung von Taxis, um von einer Stadt in die andere zu gelangen und so den zum nächsten Gletscher zu gelangen.

Die beliebteste Route ist die Variante durch das Skigebiet von Verbier. Wenn die Lawinengefahr sehr hoch ist, kann man den Zugang zu den Gletschern durch das Dorf Arolla wählen.

Ein Großteil der Haute Route Strecke durchquert Gebiete, die der Lawinengefahr sehr ausgesetzt sind, vor allem nach großen Schneefällen. Wenn die Lawinengefahr hoch ist, sollte man versuchen, solche Reiserouten zu vermeiden und gegebenenfalls den Verlauf der Etappe zu ändern.

Dieses Jahr war eines der schneereichsten dieses Jahrhunderts. In der ersten Aprilwoche begrüßte uns Chamonix täglich mit einem Meter Neuschnee und einem Wind von 100 Meilen pro Stunde bei über 2000m Höhe. Bei einer großen Gruppe von Kunden hatten wir keine andere Wahl, als die geplante Strecke zu ändern, vor allem bei einer Lawinengefahr der Stufe 5. Der Lawinenlagebericht ist eine unerlässliche Information zur richtigen Tourenauswahl und –planung. Unter diesen Umständen starteten wir die Route im Dorf Arolla, um der Gefahr stärkerer Lawinen zu entgehen, besonders beim Aufstieg zum Chardonnet-Pass und der Etappe zwischen der Hütte von Prafleuri und der Hütte von Dix.

Die Geländebedingungen ändern sich von Jahr zu Jahr. Abschnitte, die wir in einem Jahr mit Skiern und Steigfellen erklimmen können, müssen im folgenden Jahr mit Stiefeln, Steigeisen und Eispickel bewältigt und die Skier im Rucksack hochgetragen werden. Strecken, bei denen wir ein Jahr problemlos runterfahren können, müssen wir uns im nächsten Jahr wegen Schneemangels an steilen Hängen gegebenenfalls abseilen. Um eine sichere Route zu planen, sollten wir daher Wochen, ja sogar Monate, vorher auf die Wetterbedingungen achten.

Base Camps

CHAMONIX (1050m)

Die Hauptstadt des Bergsteigens bietet die nötige Infrastruktur, um alle unsere Wünsche zu erfüllen und Bedürfnisse zu decken: Hotels, Geschäfte, Restaurants, Banken, Krankenhäuser und Souvenirläden.

Chamonix ist der optimale Ausgangspunkt für die Tour. Hotels sind teuer, eine gute Alternative ist daher, in einer Herberge, auf Französisch gite, zu übernachten. Diese bieten Einzelzimmer oder Mehrbettzimmer mit Stockbetten, Küche, Badezimmer und andere Annehmlichkeiten. Sie sind einfach, aber nicht schlecht. Die Herberge Alpenrose zum Beispiel ist sehr zentral gelegen, gemütlich und sehr gut. Frühstück und Abendessen sind im Preis inbegriffen.

Eine weitere preiswerte Option ist es, ein Haus oder eine Wohnung für die ganze Gruppe zu mieten, was uns etwas mehr Ruhe und Unabhängigkeit ermöglicht. Um zum Bahnhof Grands Montets (Ausgangspunkt der Route) zu gelangen, können wir den Bus nehmen, der kostenlos ist, wenn wir in der Unterkunft oder im Hotel übernachten.

ARGENTIERE (1250m)

Ruhiger als das benachbarte Chamonix, verfügt Argentiere ebenfalls über eine gute Infrastruktur: Dienstleistungen, Hotels, Gîtes und Restaurants. Die Fahrt zum Bahnhof Grands Montets ist kurz und man kann mit dem Bus nach Chamonix fahren, wenn man das Auto im Hotel lassen will.

AROLLA (2000m)

Ein sehr gemütliches Bergdorf, umgeben von wunderschönen Bergen, Wäldern und Gletschern. Arolla wird oft von jenen Skiläufern besucht, die dem schlechten Wetter in der Dix-, Vignettes- oder Bertol-Schutzhütte entkommen wollen. Vom Dorf aus kann man zu diesen drei Schutzhütten durch die Gletscher aufsteigen, die lang, aber bequem zu erreichen sind.

Das Dorf liegt am Fuße des Arolla-Gipfels, der mit 3790 Metern der höchste Gipfel ist, den wir während der Überquerung von Chamonix-Zermatt erklimmen. Am besten erreicht man Arolla von Chamonix aus mit dem Taxi.

ZERMATT (1600M) Ziel unserer Tour und Ausgangspunkt für die Besteigung des Matterhorns. Ein schönes Alpendorf, das, obwohl sehr touristisch, immer noch seine eigene Identität bewahrt hat.

Zermatt ist ein sehr teurer Ort, aber es lohnt sich auf einer der vielen Terrassen unter dem atemberaubenden Blick auf das Matterhorn zu Mittag oder zu Abend zu essen. Um von Zermatt nach Chamonix zurückzukehren, kann man ein Taxi mieten, wobei die Fahrt ungefähr drei Stunden dauert.

Etappen

CHAMONIX-ZERMATT, ROUTE ÜBER VERBIER

GRAND MONTETS – TRIENT HÜTTE-CHAMPEX/VERBIER HÜTTE – PRAFLEURI HÜTTE – DIX HÜTTE-VIGNETTES HÜTTE-ZERMATT

1. ETAPPE: GRAND MONTETS - TRIENT HÜTTE

Es handelt sich um eine weniger schwierige Etappe, trotzdem kann es ein bisschen anstrengend sein, da es unser erster Tag in der Höhe ist.

Wir starten am Gipfelpunkt des Skigebiets Grands Montets, wo wir versuchen werden, die erste Seilbahn auf den 3280m hohen Gipfel zu nehmen. Es ist normalerweise ziemlich voll, also werden wir Schlange stehen und geduldig sein müssen. Oben angekommen steigen wir zum Grand Montets Pass ab und beginnen unter den Seilen, die die Grenzen des Skigebiets markieren, die Abfahrt. Unser Ziel ist es, mehr oder weniger im Zentrum des Rognon Gletschers in Richtung Argentiere Gletscher zu bleiben. Wir müssen vermeiden, auf der rechten Seite zu fahren, da wir uns unterhalb der Aiguille Verte befinden, und der Gefahr von Séracs und Lawinen ausgesetzt wären.

Während der Abfahrt, ungefähr auf halbem Weg, müssen wir auf die Risse und Türme aus Gletschereis achten, die normalerweise leicht zu erkennen sind. Nach starkem Schneefall können sie allerdings etwas bedeckt und schwer zu erkennen sein.

Am Agentiere-Gletscher angelangt bringen wir die Skifelle an, um auf den Chardonnet-Pass hochzusteigen. Der Anstieg mit einem Höhenunterschied von 750m dauert ungefähr zweieinhalb Stunden. Der Eingang zur Rinne wird auf der rechten Seite in der Nähe des Süd-West-Felssporns der Aiguille d'Argentiere gemacht. Manchmal ist es notwendig, je nach Schneelage, die Skier zu schultern und die Steigeisen anzulegen, um den Ausstiegscouloir und Bergschrund zu überqueren.

Oben angekommen (3323m) werden wir abwägen müssen, ob wir uns durch die Nordrinne bis zum Saleina Gletscher abseilen oder mit den Skiern abfahren. Sollten wir uns abseilen müssen, tun wir dies mit Seilen direkt vom Gipfel. Die Rinne ist schmal und manchmal ist es praktischer die Skier beim Abseilen zu schultern.

Am Gletscher angekommen geht es weiter zum Fenetre de Saleina (3261m.). Den ersten Teil steigen wir mit den Skiern auf, die letzten 30 Metern legen wir dann bei einer immer steiler werdenden Rinne zu Fuß zurück. Wir durchqueren das Plateau du Trient und nach einem kurzen Aufstieg von etwa 150 Metern gelangen wir zur Cabane du Trient (3170m).

Etappendauer vom Gebiet der Grands Montets bis zur Hütte von Trient – circa 6-7 Stunden.

Variante – Option 1a. Hütte von Argentière

Einige Gruppen beschließen in der Hütte von Agentiere (2691m) zu bleiben, um den ersten Tag der Tour in zwei zu teilen. Die Hütte befindet sich an einem sehr strategischen Ort mit unglaublichen Ausblicken auf die Courtes, die Droites, die Verte usw. Von hier aus können wir mit Skiern zu Orten wie dem Tour Noir oder der Aiguille d‘Argentière aufsteigen. Wir können den Tag auch nutzen, um Spaltenbergung oder Spitzkehren zu üben.

Aufstieg zum Col du Tour Noir auf dem Améthystes Gletscher
Streckendauer vom Grand Montet Skigebiet bis zur Hütte von Argentière – circa eineinhalb Stunden.

2. ETAPPE: TRIENT HÜTTE – VERBIER – PRAFLEURI HÜTTE

Champex – Prafleuri
Der Tag beginnt mit einer unglaublichen Abfahrt: etwa 1300 Meter geht es den Trient-Gletscher runter bis zum Ecandies-Pass und von dort weiter hinunter in das Städtchen Champex.

Streckendauer von der Hütte von Trient nach Champex: 2-4 Stunden.

Von Champex fahren wir mit dem Taxi zum Skigebiet von Verbier, wo uns der Skilift zum Gipfel des Mont Fort (2457m) bringt. Bei schlechtem Wetter ist es möglich, in der Berghütte Mont Fort zu übernachten.

Um nach Prafleuri zu gelangen, steigen wir zunächst bis zum Col de la Chaux (2940m.) auf und dann zum Col de Momin (3003m). Von hier aus überqueren wir den Grand Desert Gletscher auf 3160 Höhenmeter. Von dort geht es nach links hinunter zum Gletscher von Prafleuri geradewegs auf die Hütte von Prafleuri zu (2662m). Wollen wir auch den Pico Rosablanche (3336m) besteigen, gehen wir auf der Höhe von 3160m nach rechts ab. (um den Gipfel zu erreichen, müssen wir mit einer zusätzlichen Stunde rechnen).

Etappendauer von der Hütte von Trient bis zur Hütte von Prafleuri: 6-8 Stunden

Variante-Option 2a. Hütte von Argentiere -Champex

Wenn die Gruppe körperlich fit und das Niveau der Skifahrer hoch ist, können wir die Strecke von der Hütte von Argentiere, ja sogar von der Spitze der Grands Montets Skistation bis zur Stadt Champex an einem Tag bewältigen, ohne in der Hütte von Trient einzukehren. Der Nachteil bei dieser Variante ist, dass die Schneequalität schlechter ist bei der Abfahrt im Val de Arpette in Richtung Champex.

3. ETAPPE : HÜTTE VON PRAFLEURI – HÜTTE VON DIX

Von der Berghütte Prafleuri steigen wir zunächst auf den Col de Roux (2804m), von dort fahren wir runter Richtung La Barma, überqueren den Lac des Dix um zu der wunderschönen Berghütte von Dix (2928m) zu gelangen.

Etappendauer von der Hütte von Prafleuri bis zur Hütte von Dix: 5 Stunden

Das Gebiet um den Lac des Dix ist besonders lawinengefährdet. Wenn die Lawinengefahr hoch ist, sollten wir diese Strecke meiden und die Route ändern.

Variante-Option 3a. Hütte von Mont Fort – Hütte von Dix

Von der Berghütte Mont Fort kann man an einem Tag mit den Skiern bis zur Berghütte von Dix fahren, ohne in der Hütte von Prafleuri Rast zu machen.

Streckendauer von der Hütte Mont Fort bis zur Hütte von Dix: 9-10 Stunden
Streckendauer von der Hütte Mont Fort bis zur Hütte von Prafleuri: 4-5 Stunden


Der Nachteil dieser Variante ist, dass wir die Lawinenzone um den Lac des Dix zur schlechtesten Tageszeit durchqueren.

Dix
Variante-Option 3b. Arolla – Hütte von Dix

Bei schlechtem Wetter und hoher Lawinengefahr können wir die ersten drei Etappen vermeiden und mit dem Taxi von Chamonix nach Arolla fahren. Von Champex oder Verbier können wir auch mit dem Taxi nach Arolla fahren, wenn die Bedingungen für Etappe 3 schlecht sind und wir die ersten beiden Etappen hinter uns haben.

Es ist eine sehr schöne und aufregende Variante, vor allem wegen der Aussicht auf den Mont Blanc de Cheilon (3870m) vom Pas de Chevre aus und wegen des Abstiegs über die 40 Meter lange Metalltreppe zum Gletscher.

Von der Dorfherberge machen wir uns auf ins Skigebiet von Arolla, wo uns der Skilift ein Stück näher zum Pas de Chevre bringt. Am Ende des Skilifts legen wir die Steigfelle an, um zum Pas de Chevre (2855m) aufzusteigen. Oben angekommen schultern wir die Skier und steigen die 40 Meter lange senkrechte Treppe zum Cheilon-Gletscher hinunter.

Die Aussicht von hier ist spektakulär, mit der Hütte von Dix im Hintergrund. An der Treppe sind Kabel angebracht, falls es notwendig wird, sich während des Abstiegs zu sichern. Am Fuß der Treppe ist es normalerweise notwendig, die Steigeisen anzulegen, um sicher in hartem Schnee oder Eis zu dem ebenen Teil des Gletschers zu gelangen.

Der Rest des Aufstiegs zur Dix-Hütte ist einfach.

Die Hütte befindet sich an einem eindrucksvollen Ort, unter dem Mont Blanc de Cheilon. Da es sich um einen Tag mit kurzen Anstiegen handelt, besteht die Möglichkeit, von der Berghütte aus, zahlreiche Anstiege zu Hügeln und Gipfeln zu machen oder einfach die Aussicht von der Terrasse aus zu genießen.

Die Hütte ist komfortabel und das Essen ist gut.

Streckendauer von Arolla bis zur Hütte von Dix: 3-4 Stunden

4.ETAPPE: HÜTTE VON DIX – HÜTTE VIGNETTES

Dix-Vignettes
Eine beeindruckende Etappe mit dem Aufstieg zum höchsten Punkt der Tour, dem Pigne d'Arolla (3790m).

Von der Berghütte steigen wir in die Ebene des Cheilon Gletschers ab, wo wir die Steigfelle anlegen. Von hier aus beginnen wir den Aufstieg zum berühmten und manchmal komplizierten Col de la Serpentine (3529m).

Um den Gipfel zu erreichen, müssen wir die letzte Strecke an den Seracs vorbei hochsteigen. In den meisten Fällen ist es notwendig, Steigeisen anzulegen, Eispickel und Seil zu benutzen, um uns auf dem letzten steilen Abschnitt zu sichern. Je nach Jahreszeit, wie zum Beispiel im Frühjahr, können wir jedoch aufgrund der großen Menge an Schnee auch mit den Skiern hochgehen.

Sobald wir den Serpentine Pass passiert haben, werden wir uns auf den Pigne de Arolla begeben, mit der Option, den Gipfel zu erklimmen, der nur ca. 10 Minuten entfernt ist.

Die Aussicht von oben ist absolut beeindruckend, mit einem herrlichen Panoramablick auf die Alpen, vom Mont Blanc bis zum Monte Rosa.

Der Abstieg vom Pigne de Arolla zur Berghütte von Vignettes ist ein Genuss, da wir normalerweise gute Schneebedingungen vorfinden.

Kurz vor der Hütte passieren wir ein durch Séracs und Schneeverwehungen gefährdetes Gebiet, in dem es ganz oft zu Lawinen kommen kann. Aus Sicherheitsgründen ist es daher zu empfehlen, dass die Skifahrer diese Strecke einzeln oder in großen Abständen abfahren.

Die Hütte von Vignettes (3160m) liegt am Rande einer Klippe von überragenden Proportionen. Die Hütte wurde kürzlich renoviert, ist sehr komfortabel und geräumig, und man muss nicht mehr wie früher über einen schmalen Steg am Rande der Klippe zu den Toilettenhäuschen außerhalb der Hütte.

Etappendauer von der Hütte von Dix zur Hütte von Vignettes: 5-6 Stunden.
5.ETAPPE: HÜTTE VON VIGNETTES – ZERMATT

Die Königsetappe der Haute Route. Wenige Etappen in der Welt der Skitouren können an dieser heranreichen. Eine lange Etappe von 32 km, während der wir drei Bergspitzen erklimmen, und insgesamt sieben Gletscher überqueren. Das große Finale der Haute Route, das uns in die wunderschöne Stadt Zermatt führt.

Von der Berghütte aus gehen wir zu Fuß über den Grat, der uns zum Abhang Vignettes führt, wo wir unsere Skier anlegen werden, um von hier aus zum Collon-Gletscher hinunterzufahren. Hier werden wir die Steigfelle anlegen, um auf den Col de L'Eveque in 3392 Höhenmetern zu steigen. Von der Spitze des Berges fahren wir den Gletscher in Richtung Col du Mont Brule (3218m) entlang. Der Aufstieg zum Gipfel ist lang und ziemlich steil während der letzten 100 Meter. Es wird notwendig sein, mit Harscheisen zu klettern, dann sogar die Skier zu schultern und die letzten Meter zu Fuß zu klettern, wenn die Schneeverhältnisse es erfordern.

Aufstieg Col du Mont Brule
Sollten wir von schlechtem Wetter überrascht werden, können wir den Gletscher Haute Arolla runterfahren und in der Hütte Bouquetins (2980m) Zuflucht suchen oder wahlweise bis runter ins Dorf Arolla fahren.

Vom Gipfel des Col du Mont Brule geht es hinab in die Ebene des Gletschers Haut Tsa de Tsan, von wo aus wir den langen Anstieg auf den Col Valpelline beginnen (3568m). Oben angekommen können wir, wenn die Zeit und Kräfte ausreichen, auf die Gipfel, Tete Blanche (3710m) oder Tête de Valpelline (3799m) aufsteigen. Von der Spitze des Col Valpelline geht es zuerst runter auf den Gletscher von Sockji dann weiter auf den Zmuttgletscher, wobei wir versuchen werden, die gefährlichen Séracs und Gletscherspalten zu vermeiden.

Während dieser langen Abfahrt fahren wir am Fuße der Nordwand des Matterhorns entlang, um dann die Wälder und Pisten um Zermatt zu erreichen. Das Gefühl unter dem Matterhorn zu fahren ist absolut unvergleichlich. Ein tolles Geschenk nach so vielen Tagen der Anstrengung.

Die Ankunft in Zermatt kann mit einem guten Essen gefeiert werden. Zermatt ist eine teure Stadt, wir können in einem der vielen komfortablen Hotels übernachten oder mit dem Taxi zurück nach Chamonix fahren.

Ein langer Tag, an dem wir alle unsere Fähigkeiten unter Beweis stellen müssen, um bei den Zustiegen und anschließenden Abfahrten nicht zu viel Zeit zu verlieren.

Etappendauer von der Hütte Vignettes bis Zermatt: 8-10 Stunden.

Variante-Option 5a. Vignettes Hütte- Bertol Hütte -Zermatt.

Mit dieser schönen Variante können wir einen langen Tag in zwei teilen und anstatt an einem einzigen Tag von der Vignettes Hütte nach Zermatt zu gelangen, einen weiteren Tag hinzuzufügen.

Von der Vignettes-Hütte aus gehen wir auf die Spitze des Col de L'Eveque, wie wir im vorherigen Abschnitt gesehen haben. Vom Pass aus fahren wir ca. 6 km den Haute Arolla Gletscher bis zum Plan de Bertol (2550m) (Foto 24). Im Plan de Bertol können wir kurz Rast machen, um uns wieder zu stärken, bevor wir uns auf den langen 800-Meter-Anstieg des Bertol-Gletschers aufmachen.

Die Berghütte von Bertol (3311m) befindet sich auf einem Felssporn am Gipfel des Bertol. Über steile Metallleitern steigt man hoch zum Haus mit der eigenwilligen Bauform und den Schlafräumen auf vier Etagen (Foto 26, der letzte Abschnitt des Aufstiegs zur Bertol-Hütte). Die Skier müssen dabei gut fixiert und gesichert am Fuße der Treppe im Schnee gelassen werden.

Der Speiseraum der Bertol-Hütte bietet einen unglaublichen 360-Grad-Panoramablick. Natürlich befinden sich die Toiletten außerhalb der Hütte am Rande der Klippe. Äußerste Vorsicht ist geboten!

Streckendauer von der Vignettes Hütte bis zur Bertol-Hütte: 4-5 Stunden

6. ETAPPE: BERTOL HÜTTE - ZERMATT

Wir beginnen den Tag an der Treppe, die wir am Vortag bestiegen haben. Bei Bedarf können wir uns während des Abstiegs an dem Stahlkabel sichern. Im Anschluss überqueren wir den Gletscher von Mont Mine und fahren in Richtung Col de Tete Blanche (3420m).

Der Zustieg in einem sehr offenen Gelände ist einfach und ohne weitere Komplikationen.

Sobald wir oben sind, können wir auf den Gipfel Tete Blanche (3710m) aufsteigen.

Von hier aus geht es bis Zermatt 18 km nur noch runter. Skifahren mit Blick auf das Matterhorn und die Dent d'Hérens.

Gipfel des Tete Blanche


Etappendauer von Bertol nach Zermatt: 4-5 Stunden.

Logistik

Um die Skitour von Chamonix nach Zermatt zu machen, müssen wir körperlich in guter Kondition und technisch sehr gut sein. Unter harschen klimatischen Bedingungen sind wir viele Stunden unterwegs auf Skiern, in einem ständigen Auf und Ab von einem Gletscher zum nächsten. Wir müssen auch hinzufügen, dass beim Übernachten in den Hütten keine hundertprozentige Ruhe gegeben ist.

Abfahrten

Wir müssen keine olympischen Langstrecken- oder Abfahrtsskiläufer sein um diese Skitour zu machen, es ist jedoch unerlässlich, ein sehr gutes Skiniveau zu haben und körperlich wirklich fit zu sein. Wir müssen in der Lage sein, mit Leichtigkeit in allen Arten von Schnee und unter jeglichen Bedingungen zu fahren: Pulverschnee, Frischschnee, verharschter Schnee, Frühlingsschnee, vereister Schnee usw. Man darf die Kontrolle nie verlieren.

Während der Abfahrt haben wir nicht die Absicht, schnell unten anzukommen, sondern mit einer guten Geschwindigkeit und mit kontrollierten Bewegung hinabzufahren, da wir müde von dem vorherigen Anstieg sind und zudem den schweren Rucksack auf dem Rücken tragen. Wir werden häufige Stopps machen, um uns kurz zu erholen und das kommende Terrain zu erkunden. Bei schlechten Schneeverhältnissen ist äußerste Vorsicht geboten. Denken Sie daran, dass eine Rettung in diesem Gelände kompliziert ist und lange dauern kann.

Eisgeräte, Steigeisen und Abseiltechniken

Richtige Gehtechnik mit Eispickel und Steigeisen sowohl im Anstieg als auch im Abstieg müssen beherrscht werden. Ebenfalls beherrscht werden muss der Pickelrettungsgriff, um einen Sturz auf geneigten Schneeflächen abzubremsen, das richtige Anseilen am Gletscher sowie Rettungstechniken aus einer Gletscherspalte. Wir müssen in der Lage sein, uns sowohl mit angeschnallten als auch mit geschulterten Skiern abzuseilen.

Wenn die Schneeverhältnisse und die Gruppendynamik es uns erlaubt, werden wir uns nur einmal abseilen, und zwar vom Chardonnay Gipfel. Allerdings können sich die Klima- und Geländeverhältnisse während der Tour ändern, daher ist es wichtig, mit dem Seil richtig umgehen zu können, besonders auch um aus unvorhergesehenen Situationen unversehrt davonzukommen.

Übergänge

Um nicht zu viel Zeit mit dem Anlegen und Abnehmen von Steigfellen, Steigeisen und Skiern zu verschwenden, müssen wir diese Übergänge geübt sein. Entferne die Steigfelle oben auf dem Berg und lege die Felle unten in der Gletscherebene wieder an. Schnall die Skier ab, befestige sie am Rucksack und leg die Steigeisen an. All diese Übergänge müssen glatt und sicher ausgeführt werden, um nicht zu viel Zeit bei einem ohnehin engen Zeitplan zu verlieren.

Spitzkehren

Spitzkehren sind vor allem während des Zustiegs notwendig. Wenn wir sie nicht gut und mit Leichtigkeit ausführen, können wir die Gruppe verlangsamen. Das Abbiegen oder Kehren wird schwieriger, wenn die Neigung des Abhangs zunimmt. Es ist also wichtig Spitzkehren schnell und sicher ausführen zu können.

Eine gute Idee wäre, bevor Sie sich auf die Haute Route aufmachen, in Chamonix erstmal einige Abfahrten zu machen, um die Schneebedingungen zu testen und sich zu akklimatisieren. Es ist ein guter Skitag an einem einzigartigen Ort.

Körperliche Vorbereitung

Besonders wichtig ist die aerobe Ausdauer und Leistungsfähigkeit, besonders was die Beine und Lungenfunktion anbelangt. Wir müssen fähig sein, stundenlang über Gletscher und ziemlich steile Couloirs hinunterzufahren. Manchmal müssen wir die Skier an den Rucksack schnallen und zu Fuß aufsteigen oder absteigen. Dafür müssen wir uns Monate im Voraus vorbereiten, wobei wir uns auf flaches, geneigtes und abschüssiges Gelände konzentrieren.

Das beste Training ist es, die Skifelle anzubringen und in angemessenem Tempo die Hügel zu erklimmen, ohne Rekorde brechen zu wollen. Während der Tour ist es günstig, einen erträglichen, angenehmen Rhythmus zu setzen, den wir stundenlang aufrechterhalten können, ohne an unsere Grenze zu gehen. Angemessene Flüssigkeitszufuhr und Ernährung während der Route helfen uns, den erforderlichen Muskeltonus aufrechterhalten zu können.

Ausrüstung

Der Schlüssel zur erfolgreichen Absolvierung der Haute Route, ohne dabei allzu zu viel zu leiden, ist ein leichtes Gepäck, und zwar angefangen beim leichten Rucksack bis zur Zahnbürste. Denken Sie daran, dass wir den Rucksack und die Ausrüstung während der gesamten Reise sowohl in der Ebene als auch beim Auf- und Abstieg tragen müssen.

Es ist notwendig, dass wir unsere Ausrüstung vor Beginn der Skitour gut kennen, um Komplikationen zu vermeiden. Im Folgenden finden Sie eine Liste mit empfohlenem Equipment und Geräten, die je nach persönlichen Vorlieben geändert werden können.

Ausrüstung Rute Chamonix

Material Ski



Zubehör für Skier:


Lawinenausrüstung:


Kletterausrüstung


Kit zur Selbstrettung aus Spalten


Protektion


Rucksack
  • Leichter Rucksack mit maximal 40 Liter Fassvermögen (30-35 empfohlen).
  • Trinksystem für den Rucksack (Camelback-Typ), nicht mehr als eineinhalb Liter Fassungsvermögen, um das Gewicht im Rucksack nicht zu erhöhen. Der beste Weg, um Flüssigkeitsverlust vorzubeugen, ist zu Beginn und am Ende des Tages viel Wasser in der Hütte zu trinken.


Beleuchtung


Kleidung
  • Handschuhe ein Paar warme Handschuhe und ein Paar dünne Handschuhe (WindStopper).
  • Windbreaker leichte GoreTex oder Softshell Jacke. Softshell Gewebe ist atmungsaktiver als GoreTex, aber weniger wasserdicht.
  • Hose: eicht. Auch hier sind SoftShell Stoffe atmungsaktiver als GoreTex. Im Winter bietet ein GoreTex Material jedoch viel mehr Schutz. Man könnte ein ultraleichte GoreTex Hose mit einpacken, die man bei schlechtem Wetter über die normale Softshell Hose anziehen kann.
  • Zwei Paar warme lange Unterhosen bzw. Strumpfhosen. Das eine Paar kann, wenn es kalt ist, unter der normalen Hose getragen werden; das andere Paar kann man in der Hütte zum Schlafen tragen.
  • Erste Schicht: 3 Funktionsunterhemden, damit wir uns umziehen können, wenn wir verschwitzt sind; eines können wir nur zum Schlafen benutzen.
  • Zweite Schicht: Polar Stretch oder leichteoder leichte Fleecejacken.
  • Socken: drei Paar, um bei Bedarf wechseln zu können.
  • Kopfbedeckung: Mütze, Beanie oder Sturmhaube


Berghütte
  • Erste-Hilfe-Set. Fügen Sie Verbandszeug und Blasenpflaster hinzu.
  • Kulturbeutel außer den üblichen Hygieneartikel (Zahnbürste und Zahnpasta, Sonnencreme, usw.) ist es ratsam, ein Päckchen Feuchttücher mitzunehmen, um uns nach einem langen Tourentag reinigen zu können. In den Hütten sind Wasser und Handtücher Mangelware. Das Wasser muss man kaufen und in einigen Hütten gibt es nur morgens Wasser zur körperlichen Reinigung.
  • Herbergsschlafsack In den Hütten gibt es zwar Decken, aber es ist auf jeden Fall hygienischer seinen eigenen Innenschlafsack mitzubringen.


Hütten

Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Reservierungen für die Hütten Monate im Voraus gemacht werden.

Tägliches Etappenziel ist die Ankunft in einer Hütte. Hier können wir uns ausruhen, essen, trinken und uns umziehen. In den Alpen befinden sich die Schutzhütten an wirklich strategischen Orten, umgeben von großer Schönheit. Das Essen ist normalerweise gut und reichlich. Teuer ist es auch. Die meisten Schutzhütten auf der Haute Route befinden sich in der Schweiz. Alle akzeptieren Kreditkarten und Euro, es ist allerdings keine schlechte Idee, Schweizer Franken mitzunehmen, um beim Geldwechsel kein Geld zu verlieren. Eine anderthalb Liter Wasserflasche kostet etwa 10 Euro, ein Bier rund 5 Euro.

In den Hütten kann man außer dem Abendessen und Frühstück, die bereits in der Übernachtung enthalten sind, zusätzlich Essen kaufen. Wir können auch für den folgenden Tag für ca. 15 Euro Mittagessen bestellen (vor 5 Uhr nachmittags). Man könnte auch überlegen, einiges wie zum Beispiel Käse, Aufschnitt, Energieriegel aus Chamonix mitzubringen, um Geld zu sparen. Jeden Morgen gibt es in den Hütten kostenloses Teewasser, mit dem wir unsere Trinksysteme füllen können. In einigen Unterkünften gibt es Duschen, doch während der Skisaison sind diese meistens nicht in Betrieb. Es gibt Handyladegeräte, alles, was man mitbringen muss, ist ein USB-Kabel.

Das Prozedere bei der Ankunft in der Hütte ist sehr einfach. Zuerst werden wir uns bei den Betreibern der Hütte anmelden, um unser Stockbett zugeteilt zu bekommen. Wenn wir Zeit und Lust haben, können wir von der Hütte aus einen Aufstieg zum Gipfel unternehmen. Ansonsten werden wir die verschwitzte Kleidung ausziehen und Stiefel, Socken, T-Shirts und Steigfelle trocknen lassen.

Normalerweise gibt es in den Hütten Orte, an denen man die Kleidung trocknen lassen kann, sowohl draußen als auch drinnen. Dann können wir uns bei einem Aperitif oder einem Bier entspannen und auf das Abendessen warten, das ab 18:00 Uhr serviert wird. Bevor wir schlafen gehen, müssen wir noch vereinbaren, um welche Uhrzeit wir morgens frühstücken wollen, denn in einigen Hütten gibt es einen Frühstücksplan, um die verschiedenen Skifahrergruppen zu bedienen.

Heuern Sie einen UIAA Bergführer an

Jeder gut vorbereitete Skifahrer kann die Tour Chamonix-Zermatt machen, ohne einen Bergführer zu engagieren. Man sollte sich allerdings in allen Facetten des Berges gut auskennen, von Tourenbedingungen und Schneeverhältnissen über Lawinengefahr bis zum Thema Erste Hilfe und Selbstrettung.

Die Einstellung eines UIAA-Bergführers bietet auf jeden Fall einige Vorteile.

  • Der Bergführer gewährleistet jederzeit die Sicherheit der Gruppe. Er wird die Route vor allem auf Lawinengefahr überprüfen.
  • Er wird die Wetterbedingungen erkunden und eventuelle Routenänderungen vornehmen.
  • Der Bergführer wird die Karten und das GPS Gerät überprüfen, um die beste Route ausfindig zu machen. Wenn die Wetterbedingungen ungünstig sind, wählt er Fluchtwege in ein sicheres Gelände.
  • Der Führer setzt ein bequemes Tempo während des Zustiegs und markiert eine sichere Strecke für die Abfahrt.
  • Der Bergführer wird die körperlichen und technischen Fähigkeiten aller Gruppenmitglieder begutachten und das Tempo an anpassen, um ihre Sicherheit der Gruppe zu gewährleisten.
  • Er wird entscheiden, wann es aus sicherheitstechnischen Gründen nötig wird sich anzuseilen.
  • Der Bergführer kümmert sich auch um alle logistischen Belange der Tour, von der Buchung der Unterkünfte bis hin zur Vermietung der Transportmittel.


Wichtige Telefonnummern

  • Argentiere Hütte: 33450531692
  • Trient Hütte: 41277831438
  • Mont Fort Hütte: 41277781384
  • Prafleuri Hütte: 41272811156
  • Dix Hütte: 41272811523
  • Vignettes Hütte: 41277831322
  • Bertol Hütte: 41272831929
  • Grands Montets: 33450540082
  • Hotel Aiguille de la Tza, Arolla: 41272831406
  • Gite Alpen Rose, Chamonix: 33450537792

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