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AKTUALITÄT | TEST

Stiefel Arc'teryx Bora Mid 2. Die kanadische marke begibt sich in die welt des bergschuhwerks

Die prestigereiche kanadische Firma Arc'teryx hat sich entschlossen, in dieser Saison ihre erste Kollektion von Outdoor-Schuhen auf den Markt zu bringen. Und wie nicht anders zu erwarten, ist sie dabei ihrem eigenen Weg gefolgt und pr├Ąsentiert Produkte mit einem revolution├Ąren Design.
Es handelt sich hier um den Zustiegsschuh Acrux und die Wanderstiefel Bora Mid, die Halt im Fu├čgelenksbereich bieten.

Beide zeichnen sich durch dadurch aus, dass sie einen Innenschuh besitzen, der sich variierend nach jeweiligem Modell herausnehmen l├Ąsst oder fest angebracht ist.

Photo: ┬ę Fernando Guevara Photo

DESIGN
Ganz offensichtlich gibt es Neuerungen:

  • Verzicht auf N├Ąhte: Das ├äu├čere wurde aus einem einzigen thermolaminierten St├╝ck gefertigt und umgeht so den Einsatz von N├Ąhten.
  • Ohne Schuhzunge: Vermeidet den ├╝blichen Druck auf die entsprechende Zone und erlaubt dar├╝ber hinaus ein gr├Â├čeres Ableiten von Schwitzn├Ąsse ├╝ber den Gore-Tex-Innenschuh.
  • Innenschuh - mit zwei Vorteilen:
       
    • Je nach Bedarf austauschbar (Innenschuh f├╝r den Sommer oder Innenschuh f├╝r den Winter, beide mit Gore-Tex-Membran)
    • ┬á
    • Erm├Âglicht einen besseren Abtransport von Schwitzn├Ąsse, da der Innenschuh direkt nach au├čen abschlie├čt, n├Ąmlich dort, wo normalerweise die Schuhzunge liegt. Des Weiteren wird ein kleiner Bel├╝ftungskanal zwischen Au├čenmaterial und Innenschuh geschaffen.

INNENSCHUH
Sowohl der Acrux als auch der Bora Mid verf├╝gen ├╝ber verschiedene Modelle, wo sich der Innenschuh herausnehmen l├Ąsst oder fest angen├Ąht ist. Das herausnehmbare System hat augenscheinliche Vorteile: Man kann es trocknen, reinigen und je nach Jahreszeit gegen einen anderen Innenschuh austauschen, welchen die Marke Arc'teryx verkauft.

Der Innenschuh gleicht einem F├╝├čling mit Micromesh-Futter, welches sehr luftdurchl├Ąssig ist. Dar├╝ber hinaus ist dieses Gewebe elastisch, wirkt durch seine Dicke sto├čd├Ąmpfend und erh├Âht laut Hersteller den Tragekomfort.

AUSSENH├ťLLE
Wie bereits erw├Ąhnt, ist das Au├čenmaterial aus einem einzigen thermolaminierten St├╝ck gefertigt - ohne N├Ąhte f├╝r eine bessere Passform und zur Vermeidung von Wundreiben. Das Material ist vollst├Ąndig hydrophob, sodass es nicht durch Feuchtigkeitsansammlung das Gewicht vergr├Â├čert. ├ťber dem thermolaminierten St├╝ck sind die f├╝r Abrieb anf├Ąlligsten Bereiche mit einem Schutz f├╝r Schuh und haupts├Ąchlich den Fu├č versehen.

Die gro├če Neuerung ist aber in jedem Fall der Verzicht auf die Schuhzunge, eine Region, welche sonst n├Ąmlich auftr├Ągt und Druckpunkte entstehen l├Ąsst.

SOHLE
Die Modelle Acrux besitzen eine Sohle mit Megagrip-Zusammensetzung von Vibram f├╝r jede Art von Untergrund, w├Ąhrend die Modelle Bora Mid ├╝ber die gleiche Megagrip-Zusammensetzung von Vibram verf├╝gen, allerdings mit einer f├╝r die Berge typischen Bodenhaftung und mit agressivem Sohlenprofil.

IM GEBRAUCH
Als wir die Schuhe in der Hand hielten, kamen uns bez├╝glich der Neuerungen im Design zun├Ąchst Zweifel. Einige Details, wie beispielsweise das Fehlen von ├ľsen, k├Ânnte vermuten lassen, dass das Au├čenmaterial nachgeben w├╝rde. Ein anderer Punkt ist die eventuelle M├Âglichkeit, dass Wasser oder Erde zwischen Au├čenh├╝lle und Innenschuh dringen k├Ânnten.

Wir haben haupts├Ąchlich den Stiefel Bora Mid 2 mit herausnehmbarem Innenschuh getestet. Diesen Stiefel kann man als High-End-Produkt und ebenso als das gewagteste Modell ansehen. Der Acrux-Schuh, den wir getragen haben, funktioniert hervorragend. Doch die Unterschiede fallen hinsichtlich eines ÔÇťnormalenÔÇŁ Systems kleiner aus.

IN BEZUG AUF DEN BORA MID 2:

Das Anziehen

Das Anziehen kostet etwas M├╝he, besonders bevor man den Bogen raus hat. Dies kann zu einem unbequemen Tragegef├╝hl f├╝hren, aber das hat ziemlich viel mit der Schuhgr├Â├če zu tun. F├╝r uns ist es am einfachsten, zuerst den Innenschuh in den Stiefel zu platzieren und danach den Fu├č hineinzusetzen. Schwieriger erschien uns dagegen, zun├Ąchst den Innenschuh ├╝ber den Fu├č zu ziehen und anschlie├čend in die Au├čenh├╝lle zu schl├╝pfen.

Tragekomfort des Innenschuhs

Wirklich sehr bequem und sitzt wie angegossen, ohne zu dr├╝cken.

Das Innere weist keine augenscheinlichen N├Ąhte auf, was sehr komfortabel ist. Im Au├čenbereich der Ferse gibt es allerdings eine Naht, welche jedoch weder st├Ârt noch einschneidet, sich aber vielleicht langfristig gesehen sp├╝rbar machen k├Ânnte.

Wichtig zu erw├Ąhnen: der Innenschuh besitzt eine festere Sohle, mit der man auch durch die Wohnung gehen k├Ânnte. Sehr angenehm und n├╝tzlich als Hausschuh in Bergh├╝tten, etc. Hierf├╝r wurde er auch designed.

Photo: ┬ę Fernando Guevara Photo

Beim Laufen

Der erste Eindruck ist merkw├╝rdig. Aber es ist hervorzuheben, dass wir finden, dass sich der Sitz des Stiefels erst beim Laufen richtig justieren l├Ąsst. Man muss den Stiefel anziehen und ein paar Schritte mit ihm gehen, dann passt der Schuh perfekt und man kann ihn vollst├Ąndig zuschn├╝ren.

Ist einmal das Gef├╝hl des Fremdartigen ├╝berwunden, dann ist der Stiefel sehr bequem und man sp├╝rt die Sto├čd├Ąmpfung sowie den Sitz ohne Reibungspunkte. Auch macht sich die Leichtigkeit im Bereich der Schuhzunge bemerkbar, denn dort engt nichts ein.

Auch wenn das Fu├čgelenk gest├╝tzt wird, so ist der Stiefel doch flexibel. Anstelle eines Bergstiefels k├Ânnten wir sagen, dass es sich um einen Stiefel f├╝r Gebirgtrails sowie unregelm├Ą├čiges Gel├Ąnde handelt und der mit einem Fu├čgelenksschutz ausgestattet ist. Letzterer schirmt besonders gegen Gestein, etc. ab und wirkt stabilisierend, ohne die Bewegung beim Anheben der Beine einzuschr├Ąnken. Dies hat seine Vor- und Nachteile, und jeder Nutzer wei├č selbst, welche sportliche Aktivit├Ąt er aus├╝bt. Sagen wir, dass der Schuh bei gewohnheitsm├Ą├čigem Einsatz Stabilit├Ąt verleiht, aber nicht einen solchen Halt gibt wie ein Bergstiefel auf ausgepr├Ągten H├Ąngen oder auf schon etwas tieferem Schnee, zum Beispiel. Auf einem Gebirgswanderpfad jedoch oder wenn es gr├Â├čere Felsen hinauf und wieder hinunter geht, ist der Stiefel sehr gut - wie in den Regionen der Anayetketten, der Ort, wo wir die Stiefel getestet haben.

Vielf├Ąltiger Einsatz

Die Sohle ist sehr effizient und der Stiefel agil. Letzteren haben wir in wenig tiefem Fr├╝hjahrsschnee getestet, auf trockenem und feuchtem Felsen sowie auf erdigem und schlammigem Untergrund. In allen F├Ąllen funktioniert der Stiefel perfekt. Durch seine Agilit├Ąt ├Ąhnelt er jenen Schuhen mit gr├Â├čerem Grip und mehr Schutz im Fu├čgelenksbereich. Doch trotz seines Aussehens bewegt er sich etwas von den reinen 3 Jahreszeiten-Bergstiefeln weg, die f├╝r steilere und technisch anspruchsvollere Strecken in Frage kommen.

Wasserdichtigkeit und atmungsaktive Eigenschaften

Hier liegen ohne Zweifel einige der St├Ąrken. Der Innenschuh macht den Stiefel nicht nur wasserdicht, sondern vermeidet auch, dass beispielsweise beim Durchqueren eines Flusses Wasser von oben eindringen kann. Au├čerdem macht sich die gr├Â├čere atmungsaktive Wirkung bemerkbar, welche durch den Windkanal zwischen Au├čenh├╝lle und Innenschuh sowie durch das Fehlen der Schuhzunge erreicht wird. Wir haben den Stiefel an einem besonders warmen Tag getestet - mit einem guten Ergebnis.

Unsere Bef├╝rchtung, dass Wasser zwischen Stiefel und Innenschuh gelangen k├Ânnte und sich ansammelt, hat sich nicht bewahrheitet. Wir sind mit dem Stiefel durch Fl├╝sse, Pf├╝tzen usw. gegangen und es hat sich kein Wasser angestaut. Beim Gang durch den Schnee drang auch nichts in den Schuh, was noch problematischer w├Ąre. Ebenso wenig kam Erde oder Kies hinein.

Aber wir m├╝ssen sagen, dies trifft nur zu, wenn man den Stiefel gut anpasst, und zwar beim Laufen, worauf wir bereits hingewiesen haben. Andernfalls kann es sein, dass Wasser in den Schuh eintritt. Deshalb betonen wir die Wichtigkeit, die richtige Schuhgr├Â├če zu w├Ąhlen und f├╝r einen guten Sitz des Stiefels zu sorgen.

Photo: ┬ę Fernando Guevara Photo

Widerstandsf├Ąhigkeit

Auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein hat, dass der Stiefel ÔÇťdelikateÔÇŁ Bereiche besitzt, wie beispielsweise die ├ľsen, so k├Ânnen wir festhalten, dass nach dem ersten Gebrauch das Material keine Schw├Ąchen zeigt. Es ist eher der Eindruck, den man gewinnt, wenn man feines Material von einer neuer Generation sieht. Wiederholtes Scheuern an Steinen hat es gut ausgehalten.

VORTEILE

  • Bequem, ohne Reibungspunkte
  • Ausgezeichnet wasserdicht und atmungsaktiv
  • Sehr agil mit angemessenem Schutz
  • Sehr gute Sohle
  • Vielseitig einsetzbar/li>
  • M├Âglichkeit den Innenschuh auszuwechseln

NACHTEILE
  • Anziehen und Anpassen des Schuhs relativ komplex
  • Wahl der Schuhgr├Â├če
  • Die vielseitige Einsetzbarkeit macht die Klassifizierung des Stiefels schwierig
  • Etwas enger Leisten, wie es in letzter Zeit bei der Mehrheit der Bergstiefel vorkommt


SCHLUSSFOLGERUNG
Ein neues System, welches so radikal anders ist, ruft Verbl├╝ffung hervor. Nach dem Testen m├╝ssen wir sagen, dass viele gute Ideen vorliegen, die richtig umgesetzt wurden.

Im Falle des Acrux handelt es sich um einen bequemen und vielf├Ąltig einsetzbaren Zustiegsschuh mit guten Leistungsmerkmalen. Was die Wanderstiefel betrifft, so befinden wir uns vor komplexen Fragen: Wie soll man sie klassifizieren und warum sind sie zu empfehlen?

Vermutlich weil es sich um ein neues System handelt, ist die Einordnung schwierig.Wir k├Ânnten sie f├╝r jene empfehlen, die Bergrouten, wie die meisten GR-Fernwanderwege entlanglaufen.

In den Regionen, wo einige Nutzer Bergschuhe w├Ąhlen und jene Schuhe manchmal bei Schnee oder durch freies Gel├Ąnde nicht gen├╝gen, bieten sich die Bora Mid an. Diese Stiefel geben hier ein Plus an Stabilit├Ąt, Tragekomfort und den n├Âtigen Schutz, dar├╝ber hinaus verf├╝gen sie ├╝ber hervorragend atmungsaktive Eigenschaften und Wasserdichtigkeit. Sie besitzen ausreichende Agilit├Ąt, aber sch├╝tzen auch und funktionieren gut bei der ├ťberwindung von Felsen, usw.

Es sind also Wanderstiefel, die sich f├╝r den Gebrauch in den Bergen eignen und gewissen Halt bieten. Jedoch darf man sie nicht mit Bergstiefeln verwechseln, die man f├╝r besonders absch├╝ssiges Terrain und Dreitausender verwenden w├╝rde, denn da reichen die Bora Mid nicht aus. Sie k├Ânnen dort zwar gute Arbeit leisten, aber anspruchsvolle Hangquerungen stellen nicht das optimale Gel├Ąnde f├╝r diese Stiefel dar.

Bora2 Mid GTX- Arc'Teryx

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